35 Jahre VS Kürnachtal in Estenfeld
(Ausschnitte aus der Rede von Rektor Norbert Handick anlässlich des 30-jährigen Schuljubiläums im Jahr 2004)

Der erste Eintrag der schulgeschichtlichen Aufzeichnungen datiert vom 1. August 1969 lautet: „Errichtung der Volksschule Estenfeld-Kürnach-Lengfeld-Mühlhausen durch Rechtsverordnung der Regierung von Unterfranken. Vorläufiger Schulsitz: Kürnach. Endgültiger Schulsitz: Estenfeld

Zum damaligen Lehrerkollegium gehörten neben Schulleiter Herr Stenglein auch 2 junge Lehrer mit Namen Wolfgang Forster und Erhard Hagebeuker. Weiter unten heißt es auf der gleichen ersten Seite: „Hauswirtschaftsunterricht findet statt für die Klassen 8a und 9 in der Schulküche Estenfeld, für die Klasse 8b in Lengfeld“.

Der Eintrag 15 der Chronik erwähnt am 20. März 1970: „Die VS Estenfeld-Kürnach-Lengfeld-Mühlhausen erhält den neuen Namen Volksschule Kürnachtal in Estenfeld (Verbandsschule) Teilhauptschule II

Am 20.12.1972 ist in der Chronik vermerkt, dass das Bauvorhaben „Neue Volksschule Estenfeld“ um einen zusätzlichen Abschnitt erweitert wird. Am Sonntag, 23. Juni 1974 war es dann endlich soweit. Nach fast 6-jähriger Planungs- und 2-jähriger Bauzeit wurde die "Verbandsschule Kürnachtal in Estenfeld“ feierlich eingeweiht. Das Mitteilungsblatt der Gemeinde vom Juni 1974 zeigt das Gebäude in seiner heutigen Form und der Bildunterschrift „Die neue Schule, ein städtebaulicher Akzent im Schafmauergebiet, Bindeglied zwischen Alt- und Neudorf“. Der damalige Bürgermeister Ignaz Schneider beginnt mit den Worten zur Schuleinweihung: "Dem Glauben zum Schutz, dem Wissen zum Nutz, den Kindern zur Lehr, der Gemeinde zur Ehr!“

Mit dem Schulgebäude der Verbandsschule, die als THII ja nur die Klassen 7 – 9 beheimatete, wurden weiter der Bau der Turnhalle, des darunter liegenden Feuerwehrgerätehauses und das anschließende Sportgelände mit dem Allwetterplatz verwirklicht.

Die Raumeinteilung der Schule hat sich in den vergangenen 30 Jahren nicht oder nur unwesentlich verändert, was ehemalige Schüler, die heute anwesend sind, sicherlich sofort erkennen werden. Vor 30 Jahren war man stolz, ein Sprachlabor in der Schule installiert zu haben, im Raum des jetzigen EDV-Raums. Leider wurde 1 Woche vor der Einweihung in die Schule eingebrochen und das Sprachlabor geplündert und ziemlich zerstört.

Die ersten beiden Jahre wurde die VS Kürnachtal weiterhin nur als Teilhauptschule II mit den Klassen 7 – 9 geführt. Als kleine Anmerkung sei mir erlaubt, dass damals die 9 Klassen aus 4 x 7. Klassen – 3 x 8. Klassen und 2 x 9. Klassen bestanden.

Die Gesamtschülerzahl im August 1975 betrug 301. Davon traten im Juli 1976 an die Realschule (6) an die Wirtschaftsschule (11) und an die Haushaltungs- und Berufsfachschulen (9 Schüler/-innen) über.

Das Schuljahr 1977/78 brachte endscheidende Veränderungen für die VS Kürnachtal. Die Schüler/-innen aus Lengfeld verließen unsere Schule, nachdem Lengfeld nach Würzburg eingemeindet wurde. Im Gegenzug kamen die Schüler der Gemeinden Prosselsheim und Seligenstadt zur VS Kürnachtal und aus der Teilhauptschule II wurde eine Hauptschule mit den Jahrgangsstufen 5 – 9.

Das Schuljahr begann mit 465 Schüler in 15 Klassen! 10 waren im Hauptschulegebäude Estenfeld untergebracht, die Klasse 6a im Unterrichtsraum der Freiwilligen Feuerwehr Estenfeld und 4 Klassen in der Kirchbergschule in Kürnach. In diesem Schuljahr wurde zwei junge Kollegen namens Robert Brand und Burkart König an die VS Kürnachtal versetzt.

1978 kam Kollege Alois Stock an die Schule und wird im Jahr 1983 erstmals am Tag des Baumes bei der Pflanzaktion einer Linde mit Bild in der Chronik unserer Schule erwähnt.

Im Jahr 1984 erhält die VS Kürnachtal den Status einer Versuchsschule zur Einführung des Wahlfaches „Informatik an Hauptschulen“ und man bemüht sich um finanzielle Unterstützung durch den Landtag bei der Beschaffung der Geräte.

Ein Jahr später erhält die Schule angemessene Ausstattung und Rektor Stenglein betonte bei einer Informationsveranstaltung, dass man die Hauptschüler nicht als „Computeranalphabeten“ entlassen könne, da ihre Chancen um einen Arbeitsplatz im Wettbewerb mit Gymnasiasten und Realschülern noch weiter sinken würden.

Das Schuljahr 1986/87 beginnt mit lediglich 181 Schülern, wobei erstmals weniger als 100 Schüler aus Estenfeld kommen. Im darauf folgenden Jahr 1988 hat die Schule mit 152 Schülern die bislang niedrigste Schülerzahl.

Ende des Schuljahres 1989/90 wird Rektor Hermann Stenglein, der Chronist der bisherigen Aufzeichnungen, nach 42 Dienstjahren in den Ruhestand versetzt.

Ab 01.08.1990 übernahm Frau Petra Wind die Dienstgeschäfte der VS Kürnachtal. Während ihrer Amtszeit bekam die Schule einen neuen Innenanstrich, die Bestuhlung wurde erneuert, die EDV-Anlage 1993 auf den neuesten Stand gebracht, die Werkbänke ausgewechselt und die Schülertoiletten renoviert.

Am 31. Juli 1997 wird Konrektor Franz Gatscher nach 38 Dienstjahren in den Ruhestand versetzt. Die Stelle blieb wegen der niedrigen Schülerzahl bis 1999 unbesetzt.

Die Einführung des M-Zweiges 1999 war verbunden mit einem Zittern um den Bestand der Hauptschulen Unterpleichfeld, Rimpar und Estenfeld. Die Regierung von Unterfranken und das Schulamt Würzburg-Land kamen mit den Rektoren der jeweiligen Schulen überein, dass diese 3 Orte bis auf weiteres einen Schulverbund darstellen, der im rollierenden System jeweils eine M-Klasse aus allen 3 Hauptschulen bildet, die zur Mittleren Reife führt.

Zu Beginn des Schuljahres 1999/2000 hatte die VS Kürnachtal wieder 182 Schüler und die Stelle des Konrektors konnte erneut besetzt werden.

Ein Jahr später erhält die Schule eine neue Computeranlage. Die alte Anlage wird von den Schülern abgebaut und in einem neuen Raum selbsttätig wieder aufgebaut. Einer Klasseleistung und ein Gewinn, da uns seitdem 2 EDV-Räume zur Verfügung stehen.

Im Schuljahr 2000/01 wird erstmals eine M-Klasse an der VS Kürnachtal eingerichtet, die jetzt kurz vor ihrem Abschluss steht. Die Erfahrungen sind durchwegs positiv und nahezu alle, die in der 7. Klasse im M-Zug begannen, befinden sich noch zusammen in der 10. Jahrgangsstufe.

2001 begannen Herr Dietzsch und Herr Handick mit Klassenfahrten nach London, die auch in diesem Jahr wiederholen werden. Die 9. und 10. Abschlussklassen ziehen dagegen eine Kulturreise in die sonnige Toskana vor.

2002 erhält die Schule 16 Gebrauchtcomputer und ebenso viele 17-Zoll-Bildschirme geschenkt. In einer grandiosen Aktion der Schüler wurden die Rechner internetfähig gemacht und in kürzester Zeit stand auch im zweiten EDV-Raum der Zugang zum World Wide Web.

Zu Beginn dieses Schuljahres nahm Frau Wind die Rektorenstelle in Goldbach bei Aschaffenburg an und Herr Handick wurde mit der kommissarischen Schulleitung betraut, die er seit April nun offiziell übertragen bekam.

Dass die Schüler der VS Kürnachtal computertechnisch begabt sind, haben sie schon zweimal beim Umbau der EDV-Anlage bewiesen.

Dass sie handwerklich leistungsfähig sind, davon können Sie sich selbst hier an dieser Rundbank oder im neuen Schülercafe in der Aula überzeugen, bei der nicht ein Handwerker oder eine Firma mitgearbeitet hat.

Dass sie arbeitswillig und einsatzfreudig sind, zeigt die Neuorganisation des Pausenverkaufs durch die SMV und die Bereitschaft als Schulbusbegleiter und Schülerlotse zu helfen. Nicht vergessen möchte ich die Schüler aus der AG Umwelt, die mit viel Geschick diesen Gingkobaum pflanzten, in der Aula die Blumentröge bestückten, im Schulgarten Tomaten ziehen und eine Kräuterspirale bauen.

Dass sie kreativ sind, können Sie ebenfalls im Schülercafe sehen, wo ein Europabild entstanden ist, das symbolisch den Aufbruch in ein neues Europa darstellen soll. Dem möchten wir durch Teilnahme an einem europäischen Projekt in den kommenden 3 Jahren Ausdruck verleihen. Die VS Kürnachtal soll – getragen von unseren Schülern – eine Schule mit besonderem Charakter sein.

Um der Volksschule Kürnachtal auch ein unverwechselbares Logo zu geben, haben die Schüler über 100 Entwürfe eingereicht und auch selbst mitentschieden, welches letztendlich zukünftig für diese unsere Schule stehen soll. Gewonnen hat ein Entwurf von Olga Ruhl, Klasse 10 M.